Hier findet ihr das Programm vom Workshop Wochenende 2013, fals ihr nochmal Beschreibungen/ Referent_innen nachschauen wollt:

Ankündigungstexte

FREITAG

Viva Vegan!

Im Workshop Viva Vegan! werden wir uns anfangs kurz den Gründen widmen warum sich immer mehr Menschen entschließen vegan zu leben: Was bedeutet die industrielle Tierhaltung für die betroffenen Tiere? Was hat die Tierhaltung für Auswirkungen auf
die Umwelt und was hat eigentlich Tierhaltung mit Landgrabbing zu tun?
Im zweiten Teil des Inputs werden kurz die Verstrickungen von Speziesismus und Sexismus umreissen. Behandelt wird dabei zum Beispiel wie Geschlecht und Fleischkonsum miteinander in Zusammenhang stehen und wie Fleischessen zur Konstruktion von Männlichkeit benutzt wird.
Anschließend werden wir in netter Atmosphäre ein paar vegane Leckereien ausprobieren. Denn vegan ist lecker und gesund. Unsere Workshop-Produkte werden wir dann mit den anderen Teilnehmenden auf dem feministischen Wochenende feierlich verputzen.

Der Workshop wird geleitet von Scarlett.
Scarlett lebt seit 6 Jahren vegan und ist Aktivistin für gesellschaftliche Tierbefreiung, Umweltschutz von unten und gegen Herrschafts- und Unterdrücksmechanismen. Zur Zeit lebt sie in Braunschweig.

Was ist Gender? Was ist Feminismus? Grundlagen Workshop

(Pro-) Feministischen Wochenende? Was soll das überhaupt?
Wir wollen in dem Workshop Grundlagen schaffen:
wir wollen einen kurzen Überblick über feministische Kämpfe in Deutschland ( zum Teil auch anderswo) geben – heute und in der Vergangenheit. wollen grundlegende Begriffe für uns definieren und diskutieren.
Wir als Antiseximsus AK wollen vorstellen warum uns das Thema Feminismus noch heute wichtig ist.
Außerdem wollen wir die Möglichkeit geben viel zu fragen und sich über das Thema (Gender, Feminismus, Sexismus) persönlicher austauschen
Der Workshop wird sich in zwei Teile gliedern: erst wird es einen Theoretischen Input geben in den ersten 1,5 Stunden und danach Zeit für Diskussionen und persönlichen Austausch in Kleingruppen ( auch in FLT* Gruppen) sein. Wir haben die Zeit so geteilt, damit Menschen den Möglichkeit haben, nach dem ersten Teil noch zum Awareness Treffen zu kommen.

Der Workshop wird von ein par Leuten aus dem Antisexismus AK Braunschweig angeboten und ist für alle Geschlechter offen.

Treffen/Workshop/Austausch: Ansprechgruppe auf dem feministischen Wochenende

Auch ein (pro-) feminitisches Wochenende ist leider kein Ort ohne Sexismus und andere Diskriminirungsformen! Eine Ansprechgruppe, sowie verschiedene Räume sollen an dem Wochenende die Möglichkeit geben Unterstützung zu bekommen.
Für die Unterstützungsarbeit an dem Wochenende haben wir uns bereits als kleine Gruppe von Menschen gefunden. Da allerdings viele von uns auch in der Orga eingespannt sind, freuen wir uns, wenn sich weitere Menschen finden!
Bei dem Treffen/Workshop am Freitag abend wollen wir ein paar Grundlagen von uns nochmal Vorstellen (Definitionmacht, Parteilichkeit, Transformativer Ansatz) und gemeinsam Erfahrungen und Möglichkeiten besprechen.
Wenn ihr schon vorher wisst, dass ihr Teil der Unterstützer_innen Gruppe sein wollt, meldet euch gerne per Mail.

- WÜTEN IN ZEITEN DES ZUCKERGUSSES –
ein Kabarettabend mit Politik und Poesie von Sunna Huygen

Eintritt – im Beitrag fürs Wochenende inbegriffen – ansonsten: 3-5 Euro

Das Kabarettistinnendasein birgt seine Tücken: Geht es nun darum, die höchste Gagdichte von allen zu erreichen oder die Weltpolitik ernsthaft abzuhandeln?
Da hat Sunna Huygen sich extra in der Kunst des Spaßmachens geübt – schließlich hat ihr Alltag als Frau im Handwerk jede Menge tragischer Komik zu bieten – und trotzdem muss sie sich immer wieder aufregen: Über Homophobie, Rassismus und rücksichtslose Autofahrer. Deshalb taumelt ihr wortgewaltiger Abend zwischen großer Wut und befreienden Lachern. Und wenn alles ausweglos scheint, nimmt Sunna Huygen uns mit ihrer ganz eigenen Poesie mit zu Brunnenkindern, Revolten und in leuchtende Herbstwälder – denn diese Welt gehört uns.
Internetseite. http://www.sunna-huygen.de/

SAMSTAG

Queer_Feminismus – Label & Lebensrealität
Buchvorstellung mit Nadine Lantzsch

Das Buch „Queer_Feminismus – Label & Lebensrealität“ ist ein gemeinsames Text_Projekt und ausgehend von unserer eigenen Lebensrealität geschrieben. Wir wollen euch vorstellen, wie und warum wir dieses Buch geschrieben haben und versuchen, unsere Gedankengänge, die wir bei der Textproduktion hatten, nachzuzeichnen.
Nach der Vorstellung des Buches werden wir Teile des Textes vortragen, um sie im Anschluss mit den Teilnehm_erinnen zu diskutieren

Nadine Lantzsch ist Freie Autorin und Aktivistin in Berlin. Sie schreibt für das feministische Gemeinschaftsblog maedchenmannschaft.net und hält Vorträge oder gibt Workshops zu den Schwerpunkten Queer_Feminismus und Rassismuskritik/Critical Whiteness. Nadine bloggt privat unter medienelite.de

My Body, my Choice – Workshop zum Thema Schwangerschaftsabbruch von Leuten der Gruppe la.ok/Bremen

Das Thema Schwangerschaftsabbruch hat seinen zentralen Platz in
feministischen Debatten und Kämpfen in Deutschland eingebüßt. Nicht
zuletzt aufgrund erkämpfter rechtlicher Verbesserungen wird der einfache
und legale Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen oft fälschlicherweise als
gesellschaftlich durchgesetzt angesehen. Der Bezug auf ein Thema, das so
stark mit einer spezifisch weiblichen Körperlichkeit verknüpft zu sein
scheint, wirkt mit dem Wandel feministischer Theorie und Praxis
irgendwie überholt.
Aktionen christlicher Fundamentalist_innen, dadurch ausgelöste Debatten
und eine erneute Verschärfungen des §218 haben in den letzten Jahren
jedoch immer wieder deutlich gemacht, wie stark religiöse oder
gesellschaftliche Moralvorstellungen und staatliche Regeln in diesem
Zusammenhang über Reproduktion und Körper von Menschen bestimmen.
Reaktionen wie „Selbstbestimmungsrecht schön und gut, aber irgendwie
isses ja schon Mord.“ scheinen eher die Regel als die Ausnahme zu
bilden. Der Zugang zu einem Abbruch gestaltet sich für die meisten
Betroffenen alles andere als einfach. Einen Abbruch vorzunehmen ist nach
wie vor mit Stigma, Tabu und potenzieller Strafbarkeit belegt.
Höchste Zeit also, das Thema Schwangerschaftsabbruch aus privaten
Entscheidungs-räumen zurück in linksradikale/(queer)feministische
Diskussionsräume zu tragen. Yeah!
Der Workshop möchte sich dem Thema dabei vor allem unter den folgenden
Fragen nähern:
Inwieweit ist die Rechtswidrigkeit und moralische Verurteilung von
Schwangerschafts-abbrüchen Ausdruck und Bedingung eines strukturellen
Patriarchats? Welches (staatliche) Interesse besteht daran, die
Entscheidungsfreiheit bezüglich eines Schwangerschafts-abbruches
einzuschränken und zu kontrollieren? Wie passen aktuelle Debatten um
Schwangerschaftsabbruch mit Debatten um Bevölkerungsentwicklung,
Geburtenrate und Fachkräftemangel zusammen? Wie lässt sich Pro Choice
aus nicht-heteronormativer Perspektive denken?
Vorkenntnisse zum Thema sind genausowenig Teilnahmevoraussetzung wie die
potenzielle Betroffenheit von einer ungewollten Schwangerschaft. Eine
achtsame Gesprächsatmosphäre ist uns sehr wichtig, da das Thema
Schwangerschaftsabbruch sehr persönlich sein kann.


„Queer und (Anti-)Kapitalismus“

Buchvorstellung und Diskussion (mit Heinz-Jürgen Voß)

Die ‚Erfolgsgeschichte‘ der bürgerlichen Homo-Emanzipation in den westlichen Industriestaaten fällt mit der neoliberalen Transformation der Weltwirtschaft zusammen. Während vor allem weiße schwule Männer Freiheitsgewinne verbuchen, kommt es zu einem entsolidarisierenden Umbau der Gesellschaft, verbunden mit zunehmend rassistischen Politiken im Innern; zugleich dient der «Einsatz für Frauen- und Homorechte» als Begründung für militärische Interventionen im globalen Süden. Dabei waren es schon 1969 in der New Yorker Christopher Street „[S]chwarze und Drag Queens/Transgender of colour aus der Arbeiterklasse“, die den Widerstand gegen heteronormative Ausgrenzung und Gewalt trugen und „sich in Abgrenzung zu weißen Mittelklasse-Schwulen und [-]Lesben ‚queer‘ nannten, lange bevor deren akademische Nachfahren sich diese Identität aneigneten“ (Jin Haritaworn). Doch auch hierzulande sind es die queer People of Color, die aktivistisch wie theoretisch gesamtgesellschaftliche Perspektiven jenseits des gängigen Homonationalismus entwickeln. Hierauf aufbauend diskutieren Voß und Wolter die Veränderungen der Geschlechter- und sexuellen Verhältnisse der Menschen unter zeitlich konkreten kapitalistischen Bedingungen.

zum Buch von Heinz-Jürgen Voß (Hannover) und Salih Alexander Wolter (Berlin)gehts hier.

Feminismus im Web (Vortrag mit Helga Hansen)

Ein eigenes Blog? Eine Kampagne mit Hashtag auf Twitter? Oder lieber eine Facebookgruppe? Die Möglichkeiten, sich im Internet als Feminist_in zu engagieren, werden immer vielfältiger. Das macht die Entscheidung aber nicht einfacher, im Gegenteil. Wir wollen uns anschauen, was funktioniert hat und wie es weitergehen könnte. Und vor allem: Wie umgehen mit den Trollen?

Islamophobie und Homophobie (Vortrag und Lesung mit Zülfukar Çetin)

Der Vortrag basiert auf der Dissertationsarbeit „Homophobie und Islamophobie. Intersektionale Diskriminierungen am Beispiel binationaler schwuler Paare in Berlin “ und handelt von homophoben, rassistischen und sozialen Diskriminierungen, denen muslimische Schwule in Berlin ausgesetzt sind.

Im Vortrag geht Zülfukar Çetin auf die Verwobenheit von Heteronormativität und Rassismus sowohl theoretisch als auch empirisch ein. Ein Schwerpunkt liegt vor allem auf die Heteronormalisierung und Orientalisierung der homosexuellen Männer, die sich als „Ausländer“ bezeichnen oder die als „Ausländer“ markiert werden. Hier wird deutlich gemacht, dass „ausländische oder als ausländisch“ markierte Schwule in der Berliner Schwulen Szene durch Heteronormalisierung und Orientalisierung so genannter „positiver Diskriminierung“ ausgesetzt sind. Das Konzept „positivr Diskriminierung“ wird im Vortrag kritisch betrachtet.

Abschließend liest Zülfukar Çetin Interviewauszüge aus seinem Buch. Hier handelt es sich um Berichte über Diskriminierungserfahrungen mit Homophobie, Rassismus, sozialen Benachteiligungen und Mehrfachdiskriminierung, womit die Interviewten in ihrer Lebensgeschichte und in ihrem Leben konfrontiert sind.

Workshop: Hormonfreie Verhütungsmethoden

Übersicht und Erfahrungsaustausch zu hormonfreien Verhütungsmethoden, Einführung in die Zyklusbeobachtung zur Bestimmung der (un)fruchtbaren Tage.

Ihr könnt einen Überblick über die Anwendung, Vor- und Nachteile von Barrieremethoden (Kondom, Diaphragma, Femcap, Lea Contraceptivum, Caya-Diaphragma, Femidom, mit Anschauexemplaren) und eine Einführung zur Kupferspirale und -Kette (Gynefix) bekommen.Zur „Notfallverhütung“ werden auch hormonelle Mittel in den Vergleich aufgenommen.

Zudem werde ich in die „Sympto-Thermale“ Methode der Zyklusbeobachtung einführen. Das heißt, dass neben dem Temperaturverlauf ein anderes Körper-Symptom beobachtet wird, entweder der Zervix-Schleim oder der Muttermund. Wissen über die eigene Fruchtbarkeit kann zur Bestimmung der Tage, wo zur Schwangerschaftsvermeidung keine weitere Verhütung notwendig ist, benutzt werden, zur kompetenteren Einschätzung, wann eine Barriere-Verhütungspanne wie riskant im Hinblick auf eine mögliche Schwangerschaft ist/war und weiter, ob „Notfallverhütung“ Sinn macht, und kann zu weniger Unsicherheit oder Schwangerschaftsangst führen, wenn der Zyklus einmal länger oder kürzer ist.

Ich freue mich über Austausch! Für mich war die Auseinandersetzung mit Verhütungsmethoden und wie mein Körper funktioniert ein ermächtigender Prozess, ich fühle mich auch weniger abhängig von Gynäkolog*innen. Gerne bin ich auch außerhalb des Workshops ansprechbar, falls ihr z.B. über manche Dinge nicht mit mehr Leuten sprechen wollt – Rowena.

Trans*liberation and Feminism
This talk goes into the trans experience and how it intersects with
feminism. Sophia explains her experiences as a trans woman, including how
seeing things from the perspective of both social genders awakened her to a
much clearer understanding of feminism. She‘ll also explain how to be a
good ally, how to check your cis privilege, and how feminism should evolve
to accommodate trans perspectives and trans people.


Konzert mit Lena Sörfaktor, Tapete und DJin

Halligalli liebe Leute!

Im Nexus platz am 2.November die Hiphop Bombe! Lena Stöhrfaktor und Tapete mit the crying wölf beehren uns mit einem ihrer galaktischen Auftritten.
Bewusstseinserweiternde Texte die durch Mark und Bein gehen, Beats die euren Body bouncen lassen. Wer dann immer noch nicht genug hat kann mit old school/femme/queer HipHop die Nacht ausklingen lassen.

Packt die Badehose ein und nehmt alle mit! …
Freund_innen, Freundes Freund_innen und Freunde der Freundes Freund_innen.

✈ Lena Stöhrfaktor
http://www.lenastoehrfaktor.de/?page_id=64

✈Tapete und the crying wölf
https://www.tapeteberlin.de/

-> DJin tamsonone
old school HipHop, femme und queer HipHop

20:30Uhr Einlass
21:00Uhr Konzert geht los!

04 uhr ist ende – damit die workshops um 11 wieder los gehen können

SONNTAG

sprache als politische intervention – warum_wann_wie_wer nutzt eigentlich sprache und was sind unsere handlungsoptionen und -wünsche als (pro-)feminist*innen

sprache ist mächtig, eine eigenständige handlung, sprache schafft normen und stabilisiert sie. sprache unterdrückt, verschweigt, ist gewalttätig.

sprache irritiert, ist kreativ, kann ermächtigen. sie kann mut zusprechen, ist liebevoll und sie kann realitäten verändern.

wir wollen uns damit beschäftigen, welche möglichkeiten es gibt, mit_durch sprache politisch zu agieren. welche akteur*innen (akteurxs , akteur_innen, ak_teurinnen,…) nutzen sprache eigentlich warum, wie begegnen wir widerständen, was fällt uns schwer und was ist für uns selbstverständlich, all das können fragen sein, mit denen wir uns auseinandersetzen.

„voraussetzungen“ und ziel: lust, sich mit der eigenen sprachpraxis auseinanderzusetzen, verschiedene möglichkeiten der irritationen kennenzulernen, sich gegenseitig zu inspirieren und dazu zu ermutigen, sprache als politische handlung konsequent zu nutzen. es wird 1-2 inputphasen geben, ansonsten würde ich gerne mit den teilnehmer*innen in kleingruppen dinge erarbeiten und diskutieren – je nach Bedürfnissen.

Zweigeschlechtlichkeit und Hirnforschung

Nicht selten dienen Erkenntnisse der Hirnforschung als Beleg für Geschlechterunterschiede und Geschlechterstereotype. So wird zum Beispiel behauptet, es gebe „Frauen- und Männergehirne“, welche unterschiedlich leistungsfähig seien. In diesem Workshop wollen wir gemeinsam diese Argumentation anhand von Beispielen aus Zeitschriften und dem Internet diskutieren und hinterfragen.

Minna Faßhauer
Geb. 10. Oktober 1875 Bleckendorf – Verst. 28. Juli 1949

Wegen ihrer Verdienste um die Braunschweiger Arbeiterschaft wurde Minna Faßhauer während der Novemberrevolution 1918 vom Arbeiter- und Soldatenrat zur Volkskommissarin für Volksbildung und Volkswohlfahrt ernannt. Damit war sie die erste Frau Deutschlands in einem Ministeramt.
Sie erließ zwei Gesetze, deren Grundzüge bis heute Gültigkeit haben:
- Sie befreite die Schulen vom allumfassenden Weisungsrecht der Kirchen und
- sie hob die Geschlechtertrennung an den Schulen auf.
Wie sah das Leben in Braunschweig zur Zeit Minna Faßhauers aus?
Wie hat sie gelebt, gearbeitet, gekämpft?
Warum ist sie so lange in Vergessenheit geraten?
Hat Minna Faßhauer für uns heute Bedeutung und warum entbrennt im Rat der Stadt eine so kontroverse Diskussion um diese Politikerin?
Wie geht es weiter, und was ist zu tun?
Das wollen wir am 3. November 2013, 15.30 Uhr von Heide Janicki und Gisela Ohnesorge hören und mit ihnen diskutieren.